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Gast-Blog: Von Schnee bis Kaffee - Ein Tag in Chiang Mai

26. Jan. 2015 -

Dimitri Burkhard, Mamiko Burkhard


Es sei „ein bisschen Winter“ in Chiang Mai, wurde uns in Bangkok versichert. Der höchste Berg im Norden Thailands (2600 Meter über Meer) habe sogar Frost an diesen Dezembertagen. Die thailändischen TV-Crews bestätigen es: Sie sind in aller Frühe hinaufgestiegen und präsentieren während der morgendlichen Fernsehstunde Live-Bilder vom Reifen: Eine Sensation.

Vom Winter verspüren diese Schweizer Reisejournalisten jedoch wenig. Denn die Smartphone App zeigt am Mittag angenehme 24 Grad Celsius an – perfekte Wetterkonditionen für Dezember.

 

Das Nimman Snow Festival

Der Winter holt uns erst ein, als wir im Universitätsviertel auf eine frisch verschneite Plaza stossen. 

 

Säckeweise wird der Kunstschnee von Hilfsarbeitern herangetragen und verstreut. Währenddessen zücken lokale Shopper bereits ihre Selfie-Sticks, denn sie können die Eröffnung des „Nimman Snow Festivals“ kaum noch erwarten. Only in Thailand!

 

Local cafe

Wir beobachten das winterliche Getummel vom „local cafe“ aus, einem nachhaltig denkenden Foodie-Tempel (Think Park, Huai Kaeo Rd.).

 

 

Ganz nach dem Motto „think global, eat local“ reizt uns der „Smoked Salmon Salad“ mit Gemüse aus dem biologisch angebauten Royal Project in Thailand. Das „Lemon Mint Smoothie“ ist ein erfrischendes Getränk, welches uns in eine „to go“-Becher umgefüllt zurück in die Hitze begleitet.

 

Geschichtliche Überreste

Chiang Mai ist eine historische Stadt, deren strategische Position im Dreiländereck schon die eine oder andere Besatzung mit sich brachte. Gleichzeitig diente die Stadt am Fluss Ping während fast 500 Jahren als Hauptstadt des Lan Na Königsreichs. 

Die Ruinen der ehemaligen Stadtmauer erinnern denn auch an eine Festung. Im Gegensatz zu Europa befinden sich innerhalb des viereckigen Wassergrabens eine fast unglaubliche Anzahl buddhistischer Tempel. Praktisch an jeder Ecke der heutigen Altstadt hatten die grossen thailändischen Könige sogenannte Wats erstellt. Viele der insgesamt 200 Tempel sind nach traditioneller Lan Na-Art vergoldet – der eine prunkvoller als der andere.

 

 

Die Tempelstadt des Nordens

Unter den zahlreichen Wats gibt aber auch architektonische Ausreisser, wie zum Beispiel das Wat Chedi Luang, ein von Elefanten gestützter, majestätischer Tempel. Dieses pyramidenförmige Wat im Zentrum der Altstadt galt während dem Lan Na-Königreich sogar als das höchste Gebäude, bis es im 16. Jahrhundert während einem Erdbeben den Spitz verlor. Den heutigen Besuchern präsentiert sich der Tempel dank einer Rekonstruktion aber wieder wie anno dazumal. 

 

 

 

 

Auch der prächtige Silbertempel, das Wat Srisuphan, sollte zu jedem Besuch gehören. Obwohl einer der ältesten und eindrücklichsten Tempeln in Chiang Mai, treffen wir hier vorwiegend auf lokale Touristen. Während sich unsere Füsse kurz ausruhen, geniessen auch unsere Augen die willkommene Abwechslung dieser komplett versilberten Tempelanlange.

 

 

Gesucht, gefunden: Der beste Capuccino in Chiang Mai

Auf der Suche nach einem guten Kaffee treffen wir auf die Chiang Maan Residence, einer grünen Oase wenige Gehminuten vom Wat Chiang Man inmitten der Altstadt (23 Ratchapakinai Soi 1). Tatsächlich werden wir fündig: Das Gasthaus beherbergt moderne, kostengünstige Zimmer und vielleicht den besten Barista in Chiang Mai.

In der kleinen Kaffeebar bereitet Sangob Petchoy unsere Cappuccinos mit viel Sorgfalt zu. Er erzählt uns von seiner Tochter, der Architektin und Inhaberin, die im selber umgebauten Haus seit 2006 ein Boutique-Hotel betreibt. Dieser Tage sei sie an einer Konferenz, weshalb er den Laden führen dürfe.

 

 

Die ELEPHANTS Boutique

Später stossen wir inmitten der Souvenirläden, Bambustattoobuden und Waschsalons auf eine wahre Trouvaille: ELEPHANTS (8 Nimmanhaemin Soi 1). Diese Boutique verkauft dem Namen getreu allerlei Artikel, die das Herz jedes Design- oder Elefantenliebhabers schneller schlägen lässt.

 

 

Auf das Gemälde eines Nudel schlürfenden Elefantenrüssels angesprochen, erwähnt die junge Ladenführerin Wareeya Wiriya, dass sie die Künstlerin davon sei. Ganz beiläufig erfahren wir im Gespräch, dass sie auch sämtliche Illustrationen gezeichnet habe, die man nun auf Stofftaschen oder T-Shirts aus biologischer Baumwolle erwerben kann.

Das künstlerische Talent von Wareeya war mit ein Grund, weshalb die Familie an diesem Standort ein beliebtes Nudelrestaurant in einen Kunstladen konvertiert hat. Die künstlerische Ader scheint in der Familie zu liegen, denn die nach lokaler Tradition aus Teakholz geschnitzten Elefanten stammen von ihrem Vater.

 

Wareeya scheint die jungen Chiang Maianer gut zu verkörpern. Sie ist jung und global denkend – ihre Kundschaft kommt aus der ganzen Welt. Sie ist aber auch entschlossen, dass sich die heutige Gesellschaft auf eine gesunde Ernährung nach alten Rezepten besinnen sollte. Die moderne Reiskultivation produziere eine geringere Qualität, die sich nicht mit dem aromatischen Reis aus Ihrer Kindheit vergleichen lässt. Quasi als Gegenbewegung hat sich ihre Familie auf organischen Anbau konzentriert. So kann Wareeya die Gerichte aus ihrer Kindheit ab und zu wieder kosten.

Ihre Mutter koche die beliebte Nudelsuppe des früherigen Restaurants übrigens noch immer – aber nur im Kreise der Familie. Wir könnten uns noch den ganzen Abend unterhalten, aber der Hunger macht sich spürbar. So bezahlen wir unsere ELEPHANTS-Fundstücke und folgen Wareeyas Empfehlung für eine Nudelküche mit authentischem Khao Soi (Curry-Nudelsuppe).

 

 

Die Autoren

Normalerweise sind Mamiko und Dimitri als freischaffende Autoren in der Schweiz unterwegs. Sie dokumentieren die Eigenheiten des Landes für das „Newly Swissed“ Onlinemagazin.

Zum ersten Mal spannen die japanisch-schweizerischen Autoren einen Bogen von der Schweiz nach Thailand. Während ihrer Reise haben sie für den tourasia Blog spannende Eindrücke aus Bangkok und Chiang Mai festgehalten.


Kategorie: Thailand

Kommentare

maybee, 10. Februar 2015
Bravo! Mir gefällt dieser Bericht mit den vielen Fotos..weil...wohltuend autonom mit persönlichen Entdeckergeist und somit ohne die üblichen Klisches!!!
Anregend für die nächste Reise nach Chiang mai....danke!

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