Verborgenes Bhutan - im Land des Donnerdrachens
.avif)
Ein Interview mit Lhamo Tsering nach ihrem Besuch in Bhutan
Lhamo, dies war deine erste Reise nach Bhutan. Wie kam es dazu?
Als Halbtibeterin habe ich eine spezielle Beziehung zu den Ländern, in welchen die tibetische Kultur gelebt wird. Als wir die Einladung von COMO Hotels & Resorts für eine Studienreise nach Bhutan erhalten haben, war dies für mich eine ideale Möglichkeit, dieses faszinierende Land zu entdecken.
Wie war dein erster Eindruck, als du in Paro ankamst?
Schon der Flug von Bangkok nach Paro ist ein Höhepunkt. Durch die fantastische Bergwelt des Himalaya zu fliegen ist sehr eindrucksvoll. Nur gerade 11 Piloten haben die Bewilligung, diese Strecke zu fliegen.
Am Flugplatz in Paro habe ich sogleich gespürt: hier läuft alles etwas anders. Der Zollbeamte begrüsste mich mit einem warmen Lachen, bedankte sich für mein Kommen und wünschte mir einen schönen Aufenthalt. Ein herzlicheres Willkommen habe ich noch nie an einer Grenze erlebt!
Ist das nur am Zoll so oder ist dies ein generelles Phänomen?
Bhutan misst als einziges Land das Bruttonationalglück. Die Menschen sind allgemein sehr fröhlich, lachen viel und wirken dabei immer authentisch. Diese natürliche Zufriedenheit, ihre Hilfsbereitschaft, ihre ehrliche Neugier und ihr Witz sind sehr ansteckend.
Überall fühlt man sich willkommen und die Gastfreundschaft ist überwältigend. So verstehen sich auch die Reiseleiter als kollegiale, freundliche, aber nie aufdringliche Gastgeber. Zudem spricht der Grossteil der Bevölkerung Englisch, was den Austausch sehr einfach gestaltet.
Wie traditionell ist Bhutan? Wie stark orientieren sich die Jungen am westlichen Lebensstil?
Die meisten Bhutanesen kleiden sich traditionell, aber es ist schon so: die Jüngeren ziehen auch gerne Jeans an. Seit 1999 gibt es Fernsehen in Bhutan und inzwischen gehören – wie bei uns auch – Smartphones zum Alltag. Besonders aufgefallen ist mir dies in den Klöstern, wo die jungen Mönche mit dem Smartphone beschäftigt sind.
Auf diese Tatsache angesprochen wurde mir gesagt: Auch Mönche sollen sich mit der Realität der heutigen Zeit auseinandersetzen und so ihren Horizont erweitern. Die Moderne ersetzt nicht die Traditionen, sondern ergänzt sie. Zu dieser Entwicklung hat auch der König viel beigetragen. Behutsam führt er das Land in die heutige Zeit, ohne die traditionellen Werte zu vergessen.
Wie kann man sich die Landschaft und die Bauten vorstellen?
Bhutan ist zu 70 % von Wäldern bedeckt, es gibt unzählige Reisfelder und natürlich sehr viele, hohe Berge.
Eindrücklich ist die Bauweise aller Häuser, religiöser Stätten oder offizieller Orte wie dem Flughafen. Alle Gebäude sind im typischen, traditionellen Baustil erstellt. Es gibt keine Hochhäuser oder moderne Bauten – das ist sehr speziell und ergibt ein authentisches Ortsbild. Interessant ist auch Flora und Fauna, insbesondere die verschiedenen Vogelarten.
Wie ist die touristische Infrastruktur?
Jeder Tourist ist verpflichtet, einen Betrag pro Tag auszugeben. Dieser beinhaltet Übernachtung, Reiseleiter, Fahrer sowie Essen und Trinken.
Zwischen den Ortschaften fährt man mit dem Auto, was zum Teil anstrengend ist. Die Strasse von Paro zur Hauptstadt Thimpu ist vollständig asphaltiert, alle anderen Strassen erst zum Teil oder gar nicht.
Als Tourist kann man sich frei bewegen, Frauen können problemlos alleine ausgehen. Bhutan ist ein sehr sicheres Reiseland.
Es gibt sehr schöne Hotels, z. B. die Uma Hotels, Aman, Taj, Meridien und bald auch Six Senses. Besonders aufgefallen ist mir der Service, der sich wirklich auf höchstem Niveau bewegt. Die Gastfreundschaft kommt von Herzen, wirkt nie aufgesetzt oder aufdringlich. Das ist persönliche Gastfreundschaft in Reinkultur!
Was isst man in Bhutan?
Das traditionelle Gericht ist Ema Datsi – Reis, Chili und eine Käsesauce aus Yak-Milch. Beliebt sind auch Momos und Gerichte mit Yak-Fleisch.
In den Hotels findet man zudem viele indische oder westliche Gerichte. Getrunken wird hauptsächlich Tee oder Buttermilch. Sehr überrascht haben mich die einheimischen Biere Red Panda Beer und Druk Beer.
Dein Schlusswort zu Bhutan?
Es ist das gastfreundlichste Land, welches ich je besucht habe. Die Menschen sind fröhlich und freundlich, die Atmosphäre ist immer entspannt und positiv.
Die Bhutanesen sind zufrieden mit dem Wenigen, was sie haben. Eifersucht, Hass oder Ignoranz kennen sie nicht – glücklich sein ist ein Lebensgrundsatz. Bhutan hat mich sehr stark berührt.











