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Eine tibetische Segenszeremonie in Benzilan

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Karin Braun
10.3.2026
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Morgenritual für Glück und Reinigung – Eine tibetische Segenszeremonie in Benzilan

Still ist der Morgen in Benzilan. Hoch über dem Tal, auf einem Hügel, wehen bunte Gebetsfahnen im Wind. Sie flattern unaufhörlich und tragen – so glauben die Tibeter – die Gebete mit jedem Windstoss hinaus in die Welt.

An diesem Morgen praktizieren wir ein traditionelles tibetisches Morgenritual. In unseren Händen tragen wir einfache Opfergaben: Milch und Alkohol. Kleine Gaben, doch voller Bedeutung.

Im Zentrum der Stätte steht der Yellow Dzambhala, der tibetisch-buddhistische Gott des Glücks und des Wohlstands.

Wir bringen unsere Gaben dar und reinigen die Statue behutsam mit einem kleinen Besen – eine symbolische Geste des Respekts. In seiner linken Hand hält der Dzambhala ein Mungo – ein kleines Tier, das in Darstellungen oft Juwelen ausspuckt und damit für Glück, Fülle und Wohlstand steht. Wir berühren den Mungo kurz – eine einfache Geste, die Glück und Wohlstand symbolisieren soll.

Danach entzünden wir in einem Ofen Zweige von Kiefer und Zypresse. Mit einem Rufspruch werfen wir die Äste ins Feuer. Der aufsteigende Rauch gilt in der tibetischen Tradition als Opfergabe und Reinigung zugleich – er soll den Ort klären, Schwere vertreiben und Raum für Neues schaffen.

Zum Abschluss umrunden wir die Stätte im Uhrzeigersinn, so wie es im tibetischen Buddhismus üblich ist. Währenddessen erfüllt der Sprechgesang der Gebete unseres Guides die Morgenluft.

Es liegt eine besondere Stimmung in der Luft. Eine stille Spiritualität, die schwer in Worte zu fassen ist.

Die Gebetsfahnen tanzen weiter im Wind – und für einen Moment fühlt sich alles still und vollkommen an.

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